5. Mai - „Tag des Lokaljournalismus“

Der 5. Mai wurde im gesamten deutschsprachigen Raum, unter der Beteiligung von Regionalverlagen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg zum „Tag des Lokaljournalismus“ erklärt. Ziel ist es, die Stärken des lokalen Journalismus sichtbar zu machen, insbesondere für junge Zielgruppen.

Lokaljournalismus hat eine wichtige Rolle in einer Welt, in der sich das Mediennutzungsverhalten verändert, zunehmende Polarisierung unsere Demokratie gefährdet und gezielte Desinformation, auch staatlicher Akteure auf digitalen Plattformen zu einem immer größeren Problem wird.

Was kann Lokaljournalismus dagegen tun?

Regionale und lokale Medien decken laut einer Untersuchung der unabhängigen ARGE Media-Analyse das am meisten nachgefragte Themeninteresse ab: Ereignisse in der näheren Umgebung. Damit recherchieren und berichten sie an der Basis unserer Demokratie. Nämlich aus den Gemeinden, Bezirken und Bundesländern und das mit Nähe, Relevanz und hoher Qualität. Sie helfen neuen Gemeindebürgern, sich in der Region zurecht und Anschluss an die Mitbürger:innen zu finden. Lokale Medien sind dabei weit mehr als Informationskanäle. Sie sind Verbindungsstücke zwischen Bürgerinnen und Bürgern, zwischen Entscheidungen und deren Folgen, zwischen dem, was passiert, und dem, was die Gemeinschaft davon weiß. Das ist keine Einbahnstraße, sondern ein Dialog, da diese Medien ihren Leser:innen auch einen Rückkanal anbieten und ihnen so eine Stimme verleihen. Wo Lokalmedien fehlen oder verstummen, entsteht ein Vakuum – und in Informationsvakuen gedeihen Gerüchte, Desinteresse und Misstrauen.

Was ist der VRM?

Der „Verband der Regionalmedien Österreichs“ (kurz VRM) ist die Interessensvertretung der Gratis- und Regionalzeitungen Österreichs.  Über 200 Titel mit einer Gesamtauflage von ca. 7,8 Mio. Stück pro Erscheinungstermin, die von etwa 2/3 aller Österreicher genutzt werden, sind in diesem Verband organisiert. Der VRM bekennt sich zu einem vielfältigen Medienmarkt, arbeitet eng mit anderen Medienverbänden und dem ORF zusammen und trägt gemeinsame Initiativen mit. Der Verband ist auch im österreichischen Werberat sowie im Presserat aktiv tätig und alle Mitglieder des VRM unterwerfen sich dem Ehrenkodex des Presserates.

Wofür stehen die Mitglieder des VRM?

Sie sind die zentrale Informationsquelle über jene Ereignisse, die das Lebensumfeld der Menschen unmittelbar betreffen und in überregionalen Medien kaum oder gar nicht behandelt werden können.  Dazu gehört das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den Regionen ebenso wie lokale Politik oder Sport. Für die Unternehmen in der Region sind sie ein leistbarer und treffsicherer Werbeträger und für die Menschen ein wichtiger Arbeitgeber. Viele Menschen sehnen sich in einer immer digitaleren Welt nach Angeboten, die ein Recht auf analoges Leben unterstützen. Die Mitglieder des VRM bieten genau diesen analogen und niederschwelligen Zugang zu Information. Für Alle. Kostenlos. Und somit unter Vermeidung einer Zweiklassen-Gesellschaft der Information.

Welche Herausforderungen erschweren den VRM-Mitgliedern ihre Arbeit?

Die Verlagerung von Umsätzen von österreichischen Medien und anderen Werbeträgern zu internationalen Tech-Plattformen verursacht ein massives Marktversagen. Gerade für kostenlose Medienangebote sind Werbeerlöse die einzige Finanzierungsquelle. Dazu kommt die Änderung des Mediennutzungsverhalten, weg von klassischen Medien hin zu Social-Media-Kanälen und Inhalts-Aggregatoren. KI-Zusammenfassungen von Suchmaschinen verhindern mittlerweile sogar, dass Nutzer:innen zu den digitalen Plattformen der Medienunternehmen weiterklicken. Die enormen Steigerung der Personal-, Energie-, Papier- und Vertriebskosten der letzten Jahre lassen die Erlös-Kosten-Schere endgültig zuschnappen.

Was wünschen sich die Mitglieder des VRM?

Um auch in Zukunft möglichst viele Menschen, auch in entlegenen Regionen niederschwellig mit Nachrichten versorgen zu können, braucht es die Aufmerksamkeit der Politik. Förderungen, erleichterte Zustellbedingungen und Vermeidung überbordender Bürokratie sind daher zentrale Wünsche.

Was können Sie tun?

Halten Sie Ihrer Regionalzeitung weiter die Treue! Nutzen Sie sie als Informationsquelle, zur Unterhaltung und als Werbeträger! Und treten Sie mit uns in Dialog.

 

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