Die Medienförderung neu diskriminiert kostenlose Zeitungen in der Zustellförderung

Kostenlose Zeitungen ermöglichen vielen Menschen einen niederschwelligen Zugang zu Nachrichten aus der Region. Man muss sie nicht lesen, aber etwa 60% der Menschen tun es. Freiwillig. Ländliche Regionen zu versorgen ist teuer, die Zustellung durch Förderungen weiterhin zu ermöglichen ist eine demokratiepolitische Notwendigkeit.

Daher ist der Ausschluss von Zeitungen von der Zustellförderung, nur weil sie von Leser:innen nicht bezahlt werden müssen, absolut nicht nachvollziehbar. Da Gratiszeitungen auch von der klassischen Presseförderung und damit auch der bestehenden Vertriebsförderung dezidiert ausgeschlossen sind, verursacht die neue Zustellförderung eine massive Verschärfung der vorhandenen Wettbewerbsverzerrung. Die kostenlosen Zeitungen bewegen sich auf demselben Werbe- und Lesermarkt wie Kaufzeitungen.

Damit wird es für die Regionalzeitungen zunehmend schwieriger ihrer Rolle als Informationsquelle für jene Nachrichten nachzukommen, die den Menschen laut Media-Analyse am wichtigsten sind: Ereignisse in der nächsten Umgebung. Dazu gehören Lokalpolitik, Chronik, Kulturveranstaltungen und Feste, hyperlokale Sportberichterstattung und Informationen über Freiwilligen-Organisationen, die das Lebensumfeld der Menschen unmittelbar betreffen und in überregionalen Medien kaum oder gar nicht behandelt werden können.

Viele Menschen sehnen sich in einer immer digitaleren Welt nach Angeboten, die ein Recht auf analoges Leben unterstützen. Die Mitglieder des VRM bieten genau diesen analogen und niederschwelligen Zugang als Tor zur Region. Für Alle. Kostenlos. Und somit unter Vermeidung einer Zweiklassen-Gesellschaft der Information.

Von den zukünftigen € 115 Mio. die in unterschiedliche Fördertöpfe aufgeteilt sind, werden auf die Mitglieder des „Verbandes der Regionalmedien“ so wie bisher nicht mehr als rund € 5 Mio. entfallen, während sich anderen Mediengattungen über deutliche Aufstockungen freuen dürfen. Das bildet die Rolle der Regionalzeitungen innerhalb des Gesamtmarktes nicht einmal ansatzweise ab. Der VRM vertritt über 200 verschiedene Zeitungstitel mit einer Gesamtauflage von etwa 7,8 Mio. Exemplaren pro Erscheinungstermin.

Zu begrüßen ist die Neuauflage des „Fonds der digitalen Transformation“ sowie die Förderung von Medienkompetenz und Medienangeboten für junge Menschen.

Das Aufkommen der Digitalsteuer lag 2025 bereits bei über € 140 Mio., weiterhin rasch wachsend. Der VRM fordert die Zweckbindung dieser Steuereinnahmen für die Förderung des Medienmarktes unter Einbeziehung der kostenlosen Regionalmedien.

 

Rückfragen:

Verband der Regionalmedien Österreichs, Friedrich Dungl

1060 Wien, Esterhazygasse 4a/2/17 - Tel: 01/585 77 37 - E-Mail: vrm@vrm.at

VRM 7/2026